not all men but always men
Ich nutze gerade die Offsite von Maren Aline Merken und mir für eine Fortbildung Hashtag#notallmenbutalwaysmen
Wie dreht man ein Thema, das nicht direkt um einen selbst geht, trotzdem wieder zu einem Linkedin-Ego-Beitrag? Genau so:
Indem Sichtbarkeit mit Haltung verwechselt wird. Indem Betroffenheit mit Verantwortung gleichgesetzt wird.
Ich habe mich lange gefragt, ob ich zur Hashtag#OdalineDebatte aka Hashtag#CausaOdaline etwas sagen soll. Oder ob ich einfach ein paar Likes und Kommentare da lasse. Bekenne ich damit Flagge – oder bin ich schon der „performative male“ kurz vorm Klischee: Poly-Beziehung, 💅 Styling, aber im Kern einfach ein Narzissmusproblem? Weil das System genau das belohnt: Reflexion als Stilmittel, nicht als Konsequenz.
Sollte ich nicht vielmehr den Raum den weiblich gelesenen Personen überlassen, die ihn sich erkämpfen mussten – und immer noch müssen?
Und ist allein dieser Gedanke nicht schon absurd? Warum sind so viele Männer so still? Bekommt doch mal den Mund auf? Bei allen anderen Themen geht es doch auch? Hashtag#5ChatGPTtakeawaysmyass
Die Debatte, die ihr bei Isabelle Rogat und dem Stern mit allen Links nachlesen könnt, handelt vordergründig von übergriffigem Verhalten.
Eigentlich geht es aber um mehr: Haltung als Marketing. Das Ausnutzen patriarchaler Strukturen. Täter-Opfer-Umkehr im Narrativ.
Und das Gesetzbuch als Ersatz für moralisches Handeln zu missverstehen.
Das ist kein Einzel-, sondern ein Regelfall. Und genau deshalb funktioniert Wegschauen so gut. Weil alles irgendwie bekannt ist und sich trotzdem nichts anfühlt, als müsste man(n) handeln.
Und damit geht es am Ende doch um mich.
Als eine der Personen, die von all dem profitieren.
Weil ich Teil eines Gefüges bin, das mir Bequemlichkeit ermöglicht. Und als jemand, der zumindest ein kleines bisschen Macht hat, etwas daran zu ändern.
Keine Pointe. Aber ein Appell: zuhören. Und aushalten, dass daraus Verpflichtung entsteht; nicht Applaus.
Und einen moralischen Kompass entwickeln, der nicht sich selbst und den eigenen Vorteil ins Zentrum stellt.
Am Ende geht es hier nicht um Odaline - sondern um uns alle als Gesellschaft wie wir zusammen leben wollen. Und wir sind hier ja auf Linkedin: wie wir gemeinsam arbeiten wollen. Denn nichts schafft mehr Innovation, mehr Performance als ein respektvolles, aber immer Zielorientiertes arbeiten.